Was ist Vernunft ?

oder

Was unterscheidet den alten Menschen vom neuen Menschen ?



Der Mensch ist auf das 150 Millionen Jahre erfolgreich getestete Trieb-Modell des Dinosaurieres aufgebaut. Der Antrieb des Dinosauriers ist in seinem Stammhirn angelegt, in dem die vier Triebe Nahrungsaufnahme, Fortpflanzung, Reviersicherung und Schlafen vornehmlich mittels Hormonen mehr gesteuert (An/Aus) als geregelt (in Maßen) werden. In der Praxis begegnen wir diesen Trieben bei freiem und innerlichem oder äußerlich unkontrolliertem Zugang als

- Fressen, Saufen, Rauchen bis hin zur Tierkadaver-Beschaffung zwecks Verzehr mit entsprechenden Krankheitsbildern
- Sucht nach egoistischem und orgiastischen Sex ohne Wichtigkeit einer gegenseitig persönlichen respektvollen Beziehung
- Befriedigung der Eitelkeit durch Ansammeln von Gütern und Gewaltpotential ohne ethische Schranken
- Verabscheuung jeglicher mühevoller Arbeit, Abweisung von jeglicher Schuld bei Versagen und insbesondere des Aufsichnehmens der Folgen , Leben auf anderer Schöpfung Arbeit und Kosten (Menschen, Tiere, Natur).

Dabei ist das tierische Stammhirn sowohl mit Verstand als auch mit Intelligenz ausgestattet, die bei den alten Menschen aber nur dazu benutzt werden, die Erfüllung der Triebe zu unterstützen und vordem genannte Exzesse ermöglichen. Da dieser Zustand für die Menschheit aber sehr gefährlich ist (nach einer erdgeschichtlich extrem kurzen Zeit sind wir bereits in der Situation, daß wenige Menschen an den entsprechenden Schaltstellen uns durch technische Gewaltmittel innerhalb weniger Tage komplett ausrotten können oder aus Gründen der Gier global langsam vergiften), wurde auf das Dinosauriergehirn (Stammhirn) noch das Großhirn drauf gesetzt. Erst dieses Hirn schafft die Möglichkeit, mittels der Vernunft regelnd auf die Triebe einzuwirken und zu Erkenntnissen zu kommen, die kulturschaffend weit über den Möglichkeiten des Stammhirns liegen, und die ein glückliches soziales Zusammenleben ermöglichen und den Menschen in die Lage versetzen, seiner weiterentwickelten Natur gerecht zu werden.

Das Wesen des neuen Menschen ist demnach nicht mehr nur die Intelligenz und der Verstand, sondern die Vernunft, die über der Intelligenz und dem Verstand eine neue Wertigkeit darstellt, und die die Pfade und Ergebnisse der Intelligenz und des Verstandes sowohl einer vorangehenden als auch abschliessenden und entscheidenden Beurteilung unterzieht.

Das Problem liegt nun darin, daß die Vernunft nicht biologisch, sondern nur pädagogisch vererbbar ist. Deshalb ist es Wertevermittlung und eigenes kritisches Fragen und Suchen nach Wahrheit in dem Angebot der Informationen, Meinungen und Behauptungen, die darüber entscheidend wirkt, welcherart der Mensch sich entwickelt: seinem Wesen hin zum neuen umfassend empfindsamen ethischen Menschen oder stagnierend beim alten nicht empfindsamen egoistischen Triebmenschen.




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